Jerusalem /
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In Haifa (Projekte: Haifa 2010) und Ramallah (Projekte: Ramallah 2009) finden jeweils sechswöchige fotografische ipsum-Workshops statt. Im Laufe eines Bildungsprozesses werden persönliche Themen erarbeitet und dazu fotografiert. Die Ausstellung Jerusalem 2010 ist der gemeinsame Endpunkt beider Projekte.
Im Willy Brandt Center haben die jungen PalästinenserInnen und Israelis die Möglichkeit, ihre Bilder einem breiten Publikum zu präsentieren. Die Entscheidung darüber, ob die eigene Perspektive in diesem Rahmen gezeigt wird, liegt bei den TeilnehmerInnen.
In Gesprächsrunden werden die unterschiedlichen Perspektiven von den TeilnehmerInnen, sowie dem Publikum vor Ort diskutiert und reflektiert. Die Präsentation der Ergebnisse aus den Workshops ermöglicht einen Dialog in Bildern zwischen Israelis und PalästinenserInnen. Der Ausstellungsort wurde bewusst ausgewählt, da er an der grünen Linie zwischen West- und Ostjerusalem liegt, und damit zur Hälfte in Israel und zur Hälfte in den Besetzten Palästinensischen Gebieten.
Kurzbeschreibung des Projektes
Das Projekt “Dialog in Bildern” beinhaltet drei Teilprojekte: Ramallah 2009 (Besetzte Palästinensische Gebiete), Haifa 2010 (Israel) und als Zusammenführung Jerusalem 2010.
Ein konkretes Problem des palästinensisch-israelischen Raums besteht in der regionalen Segregation als Resultat des herrschenden Konflikts. Eine friedliche Begegnung zwischen israelischer und palästinensischer Bevölkerung ist weitgehend unmöglich. Zusätzlich verschärft wurde die Situation in letzter Zeit durch die Ereignisse im Dezember 2008 und Jänner 2009.
Der bestehende Mangel an Kommunikation führt zu Vorurteilen, welche durch die einseitige Wahrnehmung des/der anderen gefördert werden. Diese wird durch Medien, das Erziehungssystem und die individuelle Umgebung beeinflusst und oft verstärkt. Die Projektaktivitäten zielen daher auf eine Reduktion bestehender Vorurteile zwischen verschiedenen nationalen, ethnischen, religiösen und sozialen Gruppen ab.
Der Selbstausdruck durch Fotografie eröffnet Menschen in Israel die Möglichkeit der Aufarbeitung von Themen wie beispielsweise der allgegenwärtigen Angst vor möglichen Angriffen und dem daraus resultierenden Sicherheitsbedürfnis. Für Menschen in den Besetzten Palästinensischen Gebieten ist die Fotografie ein Mittel, sich mit ihrem Alltag, der geprägt ist von Arbeitslosigkeit, eingeschränkter Bewegungsfreiheit und den Auswirkungen der Checkpoints auf Freiheit und Menschenwürde, auseinanderzusetzen.
Auf Grund der schwierigen Lage haben die Partnerorganisationen den Wunsch geäußert, die Workshop-Aktivitäten in Israel und den Besetzten Palästinensischen Gebieten vorerst getrennt voneinander durchzuführen.
Mit der Ausstellung in Jerusalem werden beide Projekte zusammengeführt und ein Dialog in Bildern ermöglicht.
Im Rahmen des von ipsum angestrebten Empowerment-Gedanken treffen die TeilnehmerInnen Entscheidungen selbsttätig und bestimmen mit ihren Bedürfnissen und Wünschen den Projektverlauf.
Dialog auf drei Ebenen:
- Dialog innerhalb der Gruppe:
Fotografische Workshops, basierend auf Dialog und Reflexion, fördern den Selbstausdruck der TeilnehmerInnen und ihren Austausch untereinander.
- Dialog auf lokaler Ebene im öffentlichen Raum:
Die Geschichten und Perspektiven der TeilnehmerInnen werden durch die Präsentation der Bilder der Öffentlichkeit vor Ort zugänglich gemacht.
- Dialog auf transregionaler Ebene:
Die Bilder werden in anderen Regionen/Ländern, sowie auf verschiedenen Websites präsentiert. Menschen an verschiedenen Orten erhalten Einblicke in unbekannte Alltagswelten und können ihre Vorurteile hinterfragen.
Ergebnisse:
Das Projekt …
- ermutigt Menschen in Israel und den Besetzten Palästinensischen Gebieten über das Medium Fotografie verschiedene Meinungen und Perspektiven auszudrücken und zu diskutieren.
- fördert den Dialog zwischen Menschen innerhalb von Grenzen und Mauern und über diese hinaus.
- bringt fotografische Dokumente, Sichtweisen und Perspektiven hervor, die innerhalb der Medienlandschaft gewöhnlich nicht vorkommen.
- fördert einen Bildungs- und Wahrnehmungsprozess sowohl bei TeilnehmerInnen der Workshops als auch bei BesucherInnen von Ausstellungen und Internetportalen.
- integriert die Workshop-TeilnehmerInnen in eine Plattform des Dialogs, die beständig an Mitgliedern, Ländern und Perspektiven dazugewinnt.
Partnerorganisationen und FördergeberInnen:
Das Projekt “Dialog in Bildern” beinhaltet drei Teilprojekte: Ramallah 2009 (Besetzte Palästinensische Gebiete - BPG), Haifa 2010 (Israel - IL) und Jerusalem 2010. Das Projekt wird zu 47% (35.000 €) durch die OEZA (Österreichische Entwicklungszusammenarbeit) finanziert und mit folgenden Partnerorganisationen durchgeführt:
- Südwind Agentur, (Wien, A)
- Active Vision, (Tel Aviv, IL)
- Willy Brandt Center, (Jerusalem)
FördergeberInnen:
- Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (Wien, A)
- Magistratsabteilung für Auslandsbeziehungen Wien (Wien, A)
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