Projekte
Was passiert, wenn Menschen, denen es verwehrt ist, die Medienlandschaft aktiv mitzugestalten, plötzlich die Möglichkeit erhalten, sich zum Ausdruck zu bringen? Was, wenn jene Menschen zu FotografInnen ihrer eigenen Realität werden? Welche Schwerpunkte würden sie setzen, und wie würden sich diese von dem unterscheiden, was wir täglich über die Medien von der Welt erfahren?
Im Zeitraum von 5 bis 12 Wochen haben ipsum-FotografInnen die Möglichkeit in verschiedenen Modulen, die Fotografie mit einfachen technischen Mitteln kennen zu lernen, als Ausdrucksmittel zu nutzen und zu hinterfragen.
Ein selbst gewähltes Thema steht im Zentrum. Auf der Suche nach dem persönlichen Schwerpunkt wird vieles sichtbar, was bislang unbeachtet blieb, Alltägliches erscheint in einem neuen Licht. In der Gruppe werden die Ergebnisse gemeinsam diskutiert und analysiert. ipsum-FotografInnen wie Projekt-LeiterInnen sind in einen gemeinsamen Lern- und Reflexionsprozess eingebunden.
Am Ende der Module entscheiden die ipsum-FotografInnen selbst, ob sie ihre Arbeiten präsentieren wollen. In den verschiedenen Gruppen werden Präsentationskonzepte erarbeitet und umgesetzt.
Die ipsum-Projekte können an die speziellen Bedürfnisse unterschiedlicher Altersgruppen und Regionen angepasst werden. Bei der Umsetzung wird auf eine möglichst heterogene Gruppenzusammenstellung geachtet, um den Dialog innerhalb der Gruppen auf verschiedenen Ebenen möglich zu machen. Menschen mit unterschiedlichem sozialen, politischen oder religiösen Hintergrund treffen in den Arbeitsgruppen zu je 12 Personen zusammen. Eine ausgeglichene Beteiligung weiblicher und männlicher TeilnehmerInnen wird angestrebt. Besteht seitens der ipsum-FotografInnen der Wunsch, in getrennt geschlechtlichen Gruppen zu arbeiten, wird darauf eingegangen.
Projektaufbau
Die Projekte basieren auf dem Grundsatz, einfach und überall umsetzbar zu sein. Den ipsum-FotografInnen soll möglichst große Freiheit und Selbstständigkeit eingeräumt werden. Die ipsum-Projekte sind in drei Teile gegliedert:
- Teil I: Einstieg - Grundlagen der Fotografi
- Teil II: Generative Themen
- Teil III: Präsentation und Nachhaltigkeit
Teil I: Einstieg - Grundlagen der Fotografie
Zu Beginn der ipsum-Projekte machen sich die ipsum-FotografInnen mit der Fotografie auf praktischer Ebene vertraut. Physikalische und chemische Grundlagen der Fotografie werden anhand der Lochkamera erarbeitet, mit dem Ziel, die Kamera als Ausdrucksmittel einzusetzen. Es entstehen Fotografien, die mit einfachen Schuhschachteln aufgenommen und selbst entwickelt werden. Licht und Schatten als wichtige Elemente der Fotografie werden anhand von Experimenten differenziert betrachtet.
Teil II: Generative Themen
Die ipsum-FotografInnen wählen ihre generativen Themen. Auf der Suche nach dem persönlichen Themenschwerpunkt nehmen die TeilnehmerInnen ihre Umwelt bewusst und genau wahr: Vieles wird sichtbar, was bislang unbeachtet blieb. Alltägliches wird neu betrachtet. Mit analogen Kompaktkameras sind die ipsum-FotografInnen herausgefordert, ihre generativen Themen zu entwickeln.
Nicht nur die eigene Arbeit spielt eine Rolle. In der Gruppe werden die Ergebnisse gemeinsam präsentiert, diskutiert und reflektiert. ipsum-FotografInnen wie Projekt-LeiterInnen befinden sich im wechselseitigen Bildungsprozess.

Teil III: Präsentation und Nachhaltigkeit
Im dritten Teil des Projektes entscheiden die ipsum-FotografInnen für sich, ob sie ihre Arbeiten einer Öffentlichkeit präsentieren wollen oder nicht. Zentraler Bestandteil jedes Projektes ist die Diskussion über die Veröffentlichung der eigenen Werke und eine kritische Auseinandersetzung mit Copyright und Urheberrecht.
Durch eine öffentliche Präsentation im eigenen Umfeld entwickeln die ipsum-FotografInnen ihren eigenen Zugang zur Planung und Gestaltung einer Präsentationsform und haben dabei die Möglichkeit, ihre Werke erstmals mit einem Publikum in Berührung zu bringen. So können sie beobachten, welche Reaktionen ihre Bilder hervorrufen und erhalten wichtige Impulse für die weitere Bearbeitung ihrer generativen Themen.
