Aktionen im öffentlichen Raum
Plakataktion
Fotografien der ipsum-FotografInnen werden in Posterformat in Cafés, Restaurants, Universitätsinstituten, bei ipsum-Ausstellungen etc. in Absprache mit den jeweiligen Verantwortlichen vor Ort präsentiert.
Diese Poster sind mit Plakatstiften und der Aufforderung versehen, ins Bild zu zeichnen oder zu schreiben.
Das Ergebnis solcher Posteraktionen lässt den Dialog, der sich sehr oft im Stillen vollzieht, sichtbar werden. Das Bild eines/r FotografIn aus Afghanistan, Pakistan, Angola etc. kann hier verschmelzen mit den Meinungen und Assoziationen der AusstellungsbesucherInnen.
Ziel dabei ist es unter anderem, die große Distanz zwischen FotografInnen an einem gewissen Ort zu einem Zeitpunkt und den RezipientInnen an ganz anderen Orten und zu anderen Zeitpunkten zu verringern. Auf diese Weise können Gedanken zu den Bildern anonym platziert werden, wobei jede Wortmeldung erlaubt ist und auch nicht nachträglich zensiert wird.
Schließlich ist es Zweck der Plakataktion, sämtliche durch die Bilder evozierte Eindrücke sichtbar zu machen. Dies kann positive und negative Wortmeldungen beinhalten, die möglicherweise wiederum andere BesucherInnen dazu veranlassen, schriftlich Stellung zu beziehen. Die Bilder werden zum Medium, durch das viele Menschen ungehemmt, weil anonym, miteinander in Austausch treten können.
Interviewaktion
PassantInnen werden im öffentlichen Raum (z.B.: Einkaufsstraßen, Parks etc.) angesprochen und eingeladen, einzelne Bilder aus dem ipsum-Bildpool zu betrachten. Mit der Fragestellung – Welche Geschichte erzählt das Bild? – werden die PassantInnen aufgefordert, ihre Assoziationen zu einzelnen Bildern in offenen Interviews darzulegen. Mit Erlaubnis der PassantInnen werden die Gespräche mit Audiogeräten aufgenommen.

Fürs Mitmachen gibt es ein kleines Geschenk und die Auflösung, ob die Geschichte mit dem tatsächlichen Entstehungskontext des jeweiligen Bildes übereinstimmt (Wer ist der/die FotografIn? Wie sind seine/ihre Lebensumstände? Aus welchem Land stammt die Aufnahme?). Ausgewählte Interviewbeiträge werden zu einem späteren Zeitpunkt in Ausstellungen über Audioinstallationen als Bilder zum Hören präsentiert. Im Rahmen dieser Interaktionsprozesse soll bei den PassantInnen und bei den AusstellungsbesucherInnen Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Bilder manipulativ sein können, gleichzeitig aber auch die eigene Meinung Einfluss darauf hat, wie wir ein bestimmtes Bild interpretieren.
Die BetrachterInnen sollen ermutigt werden, kritisch mit der Bildwelt, die sie umgibt, umzugehen.
Bilder zum Hören
Die Interviews, die bei Straßenaktionen und im Rahmen von Workshops entstehen, werden gesammelt und archiviert. Bei Ausstellungen werden die Interviews präsentiert. Die BesucherInnen haben die Möglichkeit, sich ipsum-Fotografien anzusehen und daneben über Kopfhörer die Interviews als Bilder zum Hören zu erleben.

Die Interviews werden nicht gemeinsam mit den passenden Bildern präsentiert – es stellt sich dem/r AusstellungsbesucherIn die Herausforderung, das passende Bild in der Ausstellung zu finden und richtig zuzuordnen.
Wer sich kreativ betätigen möchte, kann die gehörten Bilder wiederum selbst zu Papier bringen und so Bildinhalte auf einer weiteren Ebene sichtbar machen.
